JURISTISCHE ASPEKTE ZU SEXUALITÄT VON MENSCHEN MIT LERNSCHWIERIGKEITEN

Sowohl um den Schutz der Menschen mit Lernschwierigkeiten im Bereich der Sexualität zu gewährleisten als auch zur Absicherung des jeweiligen Umfeldes der Betroffenen kommen einige relevante rechtliche Grundlagen zum Tragen. Zusammengefasst dargestellt:

Nach §286 StGB macht sich der/die BetreuerIn des Deliktes der Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung schuldig, wenn minderjährige Betreute sexuelle Kontakte untereinander oder mit Volljährigen pflegen. Der/die BetreuerIn trägt hierbei also die volle Verantwortung.

In diesem Fall trägt der/die BetreuerIn keinerlei Verantwortung, auch Sachwalter haben bezüglich sexualpädagogischer Fragen keine Verpflichtungen, beziehungsweise Mitspracherechte.

Problematisch kann der Aufbau einer sexuellen Beziehung zwischen nichtbehinderten Menschen und Menschen mit Lernschwierigkeiten werden, obwohl dies nicht generell verboten ist. Bei fehlender Einsichtsfähigkeit über Ausmaß und mögliche Folgen geschlechtlicher Handlungen macht sich der nichtbehinderte Partner der Schändung (§205 StGB) schuldig.

THEORIE: Der/die BetreuerIn kann sich der Anstiftung zur Schändung (§205 StGB) schuldig machen, wenn er/sie nicht einsichtsfähige Menschen mit Lernschwierigkeiten zum Geschlechtsverkehr oder anderen unzüchtigen Handlungen veranlasst.

PRAXIS: Sind jedoch beide Personen einsichtsfähig, volljährig und ist der Wunsch nach Sexualkontakten von beiden gegeben, ist eine Hilfestellung bei sexuellen Handlungen nicht strafbar.

BESONDERHEIT: Die Sexualbegleitung schließt Geschlechts- und Oralverkehr aus, ebenso wie den umittelbaren Kontakt der Schleimhäute wie zum Beispiel auch Zungenküsse und beschränkt sich auf Unterstützung der eigenen Sexualität in Form von verbaler und manueller Hilfestellung, woraus sich ergibt, dass es weder zur Anstiftung noch Aufforderung zur Schändung bzw Geschlechtsverkehr kommt.

siehe auch:[Diplomarbeit Linda Kassoume]



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